Bundesweites First Responder Projekt
First Responder - wie alles anfing
Die Feuerwehren Oberschleißheim, Unterschleißheim und Aschheim betreiben seit September 1994 ein FIRST Responder-Pilotprojekt. Ein Grundgedanke für die Aufnahme dieser Tätigkeit war, die Feuerwehr kann aufgrund personeller und technischer Ressourcen und kürzerer Wegstrecken meistens vor dem Rettungsdienst an der Unfallstelle sein. Dieser Zeitvorteil ist besonders wichtig, denn 90 Prozent der Schwerverletzten erhalten nach einem Unfall keine Erste Hilfe und 50 Prozent der akut Erkrankten bleiben ohne ausreichende Erstversorgung.Notfall- und Unfallzeugen sind in den wenigsten Fällen bereit und in der Lage, richtig zu helfen, denn 34 Prozent der Bevölkerung haben überhaupt keine Ausbildung in Erster Hilfe erhalten, und 48 Prozent derjenigen, die an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen haben, fühlen sich unsicher und ratlos.
Aus diesem Grunde ist es dringend erforderlich, das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes zu überbrücken, um die Rettungschancen des einzelnen Patienten zu erhöhen. Daraus ergab sich, dass die Erstversorgung von Verunglückten und Notfallpatienten in solchen Situation Aufgabe der Feuerwehr sein kann.
Denn nicht erst seit Einführung von FIRST RESPONDER steht - "Retten" - vor Löschen, Bergen und Schützen im Logo der Feuerwehr. Die FIRST RESPONDER-Tätigkeit ist deshalb eine Verbesserung der bisherigen Sofortmaßnahmen beziehungsweise der Ersten Hilfe, zu der gemäß § 323 c im StGB (Unterlassene Hilfeleistung) auch die Feuerwehren verpflichtet sind!
Hierzu ein wörtliches Zitat aus dem Nachschlagewerk des Deutschen Roten Kreuzes zur Ersten Hilfe:
Viele sind immer noch der Auffassung, für die Hilfe bei Unglücksfällen sei ja der Rettungsdienst zuständig und vergessen dabei, dass fast immer die richtige Hilfe in den ersten Minuten - bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes - für die Schwere der Unfallfolgen oder sogar für das Überleben entscheidend ist.
FIRST RESPONDER ersetzt also nicht den Rettungsdienst, sondern ist nur ein neuer Name für Sofortmaßnahmen und Erste Hilfe. Durch diese Tätigkeit nehmen die Feuerwehren niemanden etwas weg, sondern das Gegenteil ist der Fall. Neben der schnellen Hilfe für Betroffene verstärken und unterstützen die FIRST RESPONDER der Feuerwehr den Rettungsdienst und arbeitet kameradschaftlich mit ihm zusammen.
Die Hilfsorganisationen im Rettungsdienst erleiden auch aus der FIRST RESPONDER-Tätigkeit der Feuerwehr keinerlei finanziellen Nachteile. Sie können auch weiterhin alle Leistungen sowie den Transport uneingeschränkt abrechnen. Bei der FIRST RESPONDER-Tätigkeit der Feuerwehr geht es vorrangig um die Verkürzung des therapiefreien Intervalls.
Die Kreisbrandinspektion München hat über das Pilotprojekt einen Abschlussbericht gefertigt. Durch Anklicken können Sie diesen als PDF-Datei aufrufen und lesen. Wir danken insbesondere KBR Adolf Fitz für die Bereitstellung des Berichtes.
