Klausurtagung des LFV Bayern 2008
Bayerische Feuerwehrführungskräfte tagten in Amberg
19.04.2008 - 13:30 Uhr
Die oberpfälzische Stadt Amberg war am 18. und 19. April 2008 Gastgeber für die 6. Klausurtagung des Landesfeuerwehrverband Bayern. Die bayerischen Stadt- und Kreisbrandräte tagten zwei Tage zusammen mit dem Landesfeuerwehrverband Bayern, dem Staatsministerium des Innern, dem Gemeindeunfallversicherungsverband, den Leitern der Staatl. Feuerwehrschulen, um aktuelle Sachstände und Erfahrungen aus dem Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes auszutauschen. „Wichtig für uns als LFV Bayern ist dabei die Tatsache, dass wir unsere Führungskräfte zu aktuellen Themen informieren und sie in die Arbeit mit einbinden wollen. Hier haben sie die Möglichkeit sich aktuell und kompetent beraten zu können und Erfahrungen auszutauschen“, erklärte Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl. Für ein optimales Tagungsumfeld sorgte die Feuerwehr Amberg zusammen mit der Versicherungskammer Bayern. Über den aktuellen Stand in Sachen "Digitalfunk" berichtete Christian Zollner von der Projektgruppe DigiNet. Gezeigt wurde der geplante Aufbau der Basisstationen und eine Auswahl künftiger Endgeräte als Hand-Radio-Terminals (HRT) und Mobile Radio Terminals (MRT). Der aktuelle Stand und Neuigkeiten zum Digitalfunk kann auf der Seite http://www.digitalfunk.bayern.de abgerufen werden.
Grundsätze einer Presse- und Medienarbeit im Katastrophenfall stellte Herbert Feulner vom Staatsministerium des Innern vor. Immer öfter und schneller geraten die Einsatzstellen der Feuerwehren in den Fokus von Medienvertretern. „Bereits in den ersten Stunden nach der Katastrophe entscheidet sich, ob die Pressearbeit erfolgreich ist oder nicht“, erklärte Feulner. An Großschadenslagen wie das Seilbahnunglück Kaprun, der Einsturz der Eissporthalle Bad Reichenhall oder auch an den Terroranschlägen vom 11. September verdeutlichte Feulner die Wichtigkeit einer guten Presse- und Medienarbeit. Im Bereich der Medienbetreuung sieht der Landesfeuerwehrverband in vielen Städten und Landkreisen noch Verbesserungspotenzial.
Dass die Anstrengungen bei der Aktionswoche 2006 zum Thema "Katastrophenschutz" Früchte getragen hat, zeigte Rudi Schwab aus dem Innenministerium auf. Hier ist Bewegung in das Stationierungskonzept von Land und Bund gekommen. 96 Dekontaminationsfahrzeuge (Dekon-P), sieben Dekonfahrzeuge mit erweiterter Ausstattung, 96 ABC-Erkundungsfahrzeuge (ABC-Erk), 145 Löschgruppenfahrzeuge LF 10/6 und 68 Gerätewagen Logistik „Wasserversorgung“ will der Bund unter anderem auch zur Unterstützung der Kernelemente und der ergänzenden ABC-Ausstattung beschaffen. Es bleibt zu hoffen, dass die angekündigten Fahrzeuge des Bundes nicht wie in der Vergangenheit wie eine Seifenblase zerplatzen und auch ausgeliefert werden.
Den aktuellen Stand zu den Hilfeleistungskontingenten zur länder- und staatenübergreifenden Katastrophenhilfe, sowie zur überregionalen Katastrophenhilfe in Bayern präsentierte Hans Ellmayer. Über 200 Hilfeleistungskontingente (Standard- und Spezialkontingente) wurden bis Mitte April an das Staatsministerium des Innern gemeldet. Mit den 74 gemeldeten Standardkontingenten mit einer Stärke von ca. 110 Personen könnten somit über 8.000 Einsatzkräfte auf einmal in Marsch gesetzt werden. Die anwesenden Stadt- und Kreisbrandräte zeigten sich zuversichtlich, dass die Detailplanungen, welche Feuerwehren mit welchen Fahrzeugen bis Mitte Mai abgeschlossen sind. Durch eine Vorplanung wird es künftig für die Kreisverwaltungsbehörden einfacher sein, auf Hilfeersuchen anderer Landkreise und Länder zu reagieren.
Einen der interessantesten Vorträge lieferte Carl-Werner Schmidt, von der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Rheinland-Pfalz ab. Er referierte über E-Learning an der Feuerwehrschule. Mit Hilfe von Rechner und Internet wird dort eine Variante des Gruppenführer-Lehrgangs abgehalten. Die Lehrgangsdauer wird durch die Vorbereitung auf den Lehrgang von Zuhause aus mit Computer und Internet von vierzehn auf sieben Tagen reduziert. Dies ist ein erheblicher Kostenfaktor in Zeiten von einer steigenden Freistellungsproblematik vom Arbeitsplatz. In Rheinland-Platz sind bislang zwei "E-Learning-Gruppenführerlehrgänge" gelaufen. Die gemachten Erfahrungen waren durchaus positiv. Für Feuerwehrleute die mit Computer und Internet nichts anzufangen wissen, wird nach wie vor auch der zweiwöchige Lehrgang angeboten. In einer kurzen Diskussion nach dem Vortrag sprachen sich in einer Abstimmung ein Großteil der Tagungsteilnehmer dafür aus, dass auch in Bayern über "E- Learning " an den bayerischen Feuerwehrschulen nachgedacht werden soll.
Ein aktuelles Thema zu Unfallversicherungen beleuchteten Bernhard Goldhofer vom Bayerischen Gemeindeunfallversicherungsverband und Uwe Peetz vom Landesfeuerwehrverband Bayern. In einem aktuellen Versicherungsfall aus Bayern wurde in den Medien geäußert, dass Feuerwehrleute die Beispielsweise während der Anfahrt zum Gerätehaus mit einem ausrückenden Feuerwehrfahrzeug zusammenstoßen und dabei verletzt werden, versicherungstechnisch schlechter gestellt sind, wie Privatpersonen. Anhand von konkreten Beispielen wiederlegte Bernhard Goldhofer die Aussage eines verunglückten Feuerwehrmanns.
Einsatzerfahrungen aus Großschadenslagen gaben stellvertretender Landesverbandsvorsitzender Gerhard Bullinger, Walter Schwab (KFV Ansbach), Hermann Keilhofer und Rudi Zeif (KFV Berchtesgadener Land) weiter. In den Vorträgen gab es beeindruckende und bewegende Einblicke in die Abarbeitung einer Hochwasserkatastrophe, vom Gasunglück von Lehrberg, von der Schneekatastrophe in Ostbayern und vom Einsturz der Eishalle Bad Reichenhall. jk
Bei der Feuerwehr zum Meister geworden
Feuerwehr-Ehrenmedaille für Karl-Heinz AndingAnlässlich eines Empfangs im Rahmen der Klausurtagung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern durch den Oberbürgermeister der Stadt Amberg Wolfgang Dandorfer zeichnete Landesverbandesvorsitzender Alfons Weinzierl den Leitenden Ministerialrat Karl-Heinz Anding mit der Feuerwehr-Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes Bayern aus.
Ltd. Ministerialrat Anding bekam die Auszeichnung als Dank und Anerkennung für seine bisherige Unterstützung gegenüber den Feuerwehren und dem Landesfeuerwehrverband Bayern. "Er ist und war, glaub ich sagen zu können, schlechthin der bei der Feuerwehr bekannteste Rettungsdienstler", sagte Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl. "Und dabei erlaube ich mir auch zu sagen, dass sie bei der Feuerwehr zum Meister wurden", brachte Weinzierl es auf den Punkt.
Auch der stellvertretende Landesverbandsvorsitzende Franz-Josef Hench würdigte die Verdienste Andings. Gerade bei der Einführung der integrierten Leitstellen und des bayerischen Rettungsdienstgesetzes hat sich Karl-Heinz Anding verdient gemacht. Hench lies die Zusammenarbeit mit Anding Reveue passieren. In den verschiedenen Arbeitskreisen zur Einführung der Integrierten Leitstellen hat Franz-Josef Hench den Leiter des Sachgebietes ID 3 "Rettungsdienst" im Staatsministerium des Innern als fairen und sehr umgänglichen Partner kennengelernt. "Er war und ist ein eingefleischter Jurist, hat aber jederzeit die bayerischen Feuerwehren unterstützt und gefördert".
Ltd. Ministerialrat Karl-Heinz Anding dankte dem Landesfeuerwehrverband Bayern für die Auszeichnung. Karl-Heinz Anding wird ab Juni das hohe Amt als Präsident des Landesamtes für Statistik und Datenerfassung übernehmen. jk
Dank an Amberg
Mit den Worten "Wir sind gut aufgehoben und fühlen uns Wohl in Amberg" bedankte sich Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl beim Oberbürgermeister der Stadt Amberg Wolfgang Dandorfer für einen Empfang und die Unterstützung bei der Durchführung der 6. Klausurtagung in Amberg.
Gleichzeitig galt der Dank auch Stadtbrandrat Bernhard Strobl und seinem gesamten Team für die organisatorische Meisterleistung. "Der Bernhard ist ein Organisator, auf den man sich immer und zu jeder Zeit verlassen kann", dankte Alfons Weinzierl.
Mit "Wohlfühlen in Amberg" meinte Alfons Weinzierl nicht nur die Gastfreundschaft rund um die Tagung, sondern auch das Ambiente das die 974 Jahre alte Stadt Amberg bietet. Die gut erhaltene und vom zweiten Weltkrieg verschonte Stadt bietet nicht nur zahlreiche historische Gebäude, die einen Ausflug nach Amberg lohnenswert machen.
Als kleines Dankeschön überreichte Vorsitzender Weinzierl die Ehrenmedaille des Landesverbandsvorsitzenden an Oberbürgermeister Dandorfer und Stadtbrandrat Strobl.
Bereits bei der Tagungseröffnung bedankte sich Alfons Weinzierl beim Partner des Landesfeuerwehrverbandes, der Versicherungskammer Bayern, für die finanzielle Unterstützung der Klausurtagung. Helmut Steck von der Versicherungskammer begleitete die Tagung und stand den Führungsdienstgraden für eventuelle Fragen zur Verfügung. jk
